Täglicher Marktbericht – 9. Januar 2026

Marktzusammenfassung – Freitag, 9. Januar 2026

Der heutige Handelstag stand klar im Zeichen zweier US-Datenpunkte (Arbeitsmarkt + Konsument) – und einer nicht erfolgten Entscheidung aus Washington: Der Supreme Court hat in der wichtigen Klage gegen Trumps globale Zölle heute kein Urteil veröffentlicht.

Der US-Arbeitsmarktbericht für Dezember lieferte ein gemischtes, aber marktfreundliches Bild: Die Beschäftigung stieg nur um 50.000 (unter Erwartung). Zudem wurden die Daten aus den Vormonaten nach unten revidiert. Gleichzeitig fiel die Arbeitslosenquote auf 4,4%. Das Stundenlohnwachstum lag bei +0,3% m/m. Aus dem Arbeitsmarktbericht kann man ableiten: Unternehmen stellen vorsichtig ein, aber sie entlassen auch nicht massiv Mitarbeiter. Das hat Effekte auf die Zinsentwicklung: Aus den Fed-Funds-Futures lassen sich unmittelbar nach dem Arbeitsbericht die folgenden beiden Erwartungen ableiten: a) 54 Basispunkte Zinssenkungen in 2026 und b) mit einer Wahrscheinlichkeit von 96% belässt die Fed die Fed Funds Rate im Januar bei 3,50-3,75% im Januar.

Die Michigan-Konsumentenstimmung stieg leicht auf 54,0 (von 52,9) – besser als erwartet, aber weiterhin auf niedrigem Niveau. Die Inflationserwartungen für den 1-Jahreszeitraum blieben bei 4,2%. Kurz gesagt: Die Sorgen, dass die Inflation infolge der Trump-Zölle steigt, lassen nach, aber die Haushalte bleiben vorsichtig, weil sich der Arbeitsmarkt abschwächt.

In Europa markierte der STOXX 600 ein Rekordhoch, getragen u.a. von Minenwerten und Tech-Titeln. Glencore LSE:GLEN steigt über 8%, da die Marktteilnehmer mit einer Übernahme durch Rio Tinto rechnen.

In den USA waren die großen Indizes leicht im Plus. Zu den großen Gewinnern zählten Stromanbieter und Housing/Mortgage-Werte:

Oklo [NYSE:OKLO] (TV:NYSE:OKLO) und Vistra NYSE:VST legten deutlich zu – Meta kündigte an, langfristig Atomstrom abzunehmen und parallel mit Oklo an Small Modular Reactors (SMRs) zu arbeiten und Oklo bei der Finanzierung unterstützen.

Trump lies verlauten, dass Fannie Mae und Freddie Mac $200 Mrd. an Mortgage Bonds kaufen sollen, um die Hypothekenzinsen zu drücken. LoanDepot NYSE:LDI und Opendoor NASDAQ:OPEN stiegen infolge deutlich.

US-Treasuries: Direkt nach den Arbeitsmarktdaten bewegten sich die Renditen nur geringfügig. Der US-Dollar-Index war nach den Daten leicht fester.

Rohstoffe: Öl fester – die Sorgen über mögliche Angebotsstörungen in Venezuela und dem Iran sorgten für steigende Ölpreise.