Täglicher Marktbericht – 12. Januar 2026
Marktübersicht (Mo., 12. Januar 2026) - nach Eröffnung US-Markt
Der Tag war geprägt von einem "Fed-Unabhängigkeits-Schock": Nach Berichten über strafrechtliche Ermittlungen gegen den Fed-Vorsitzenden Jerome Powell und Powells ungewöhnlich scharfer Gegenreaktion wuchsen die Ängste vor politischem Einfluss des Trump-Lagers auf die Geldpolitik. Dies löste eine klassische Risiko-averse Rotation aus: Gold stieg auf ein Rekordhoch, der US-Dollar geriet unter Druck, und die Aktien handelten nervös. An den Anleihemärkten versteilerte sich die Zinskurve, da Investoren leicht höhere Risikoprämien für längere Laufzeiten verlangten.
Trumps Forderung nach einer zeitlich befristeten Zinsobergrenze von 10 % für Kreditkarten belastete Finanzaktien. Capital One COF: ca. -6 %, American Express AXP: ca. -4 %, Synchrony Financial SYF: ca. -7 %, Bread Financial BFH: ca. -11 %, Visa V und Mastercard MA: ca. -1 % bis -2 %. Bread Financial gibt Kreditkarten aus und bietet Verbraucherdarlehen an. Wenn eine Zinsobergrenze von 10 % eingeführt würde, würden diese Zinseinnahmen erheblich zurückgehen. Visa und Mastercard hingegen sind hauptsächlich Zahlungsdienstleister. Sie gewähren in der Regel keinen Kredit. Sie verdienen hauptsächlich an Gebühren pro Kartentransaktion. Daher würde eine Zinsobergrenze sie viel weniger betreffen. Deshalb fielen ihre Aktienkurse weniger.
Alibaba 9988 und andere chinesische Tech-Aktien stiegen heute erheblich. Der Grund war ein Signal aus Peking. Die Wettbewerbsbehörde nimmt den Preiskampf im Bereich der Essenslieferungen und Same-Day-Lieferdienste genauer unter die Lupe. Kunden werden oft mit Rabatten und Subventionen gelockt. Investoren hoffen nun auf strengere Vorschriften. Das würde bedeuten, dass Anbieter weniger Geld für Rabatte ausgeben müssten und die Margen steigen würden.