Täglicher Marktbericht – 23. Januar 2026
Finanzmarkt heute (Fr., 23. Januar 2026; Stand ca. 18:30 MEZ)
Die US-Börsen gehen nach der turbulenten Woche uneinheitlich bis leicht fester ins Wochenende. Trump & Grönland bleiben der zentrale Stimmungsfaktor; Gold bleibt als sicherer Hafen gefragt.
Die BoJ hat heute den Leitzins bei 0,75% belassen, signalisierte aber weitere Zinsschritte; ein Mitglied wollte sofort erhöhen. Der BoJ-Chef Ueda warnt vor schnell steigenden JGB-Renditen und stellt bei Bedarf zusätzliche Anleihekäufe in Aussicht. Die Neuwahl am 8. Feb. 2026 löste Sorgen vor einer hohen fiskalischen Expansion aus, da Premierministerin Takaichi u.a. die Aussetzung der 8%-Konsumsteuer auf Lebensmittel erwägt, was zu Kosten in Höhe von ca. ¥5 Bio. führen könnte.
Die Haushaltspläne der Regierung und die Yen-Schwäche (der Yen hat sich seit 2012 von unter 80 auf über 155 Yen pro USD abgewertet) treiben die Inflation und führen zu höheren Laufzeitprämien bei langlaufenden japanischen Anleihen. Die 10-jährige JGB-Rendite schwankte stark und stieg am Freitag kurzfristig auf über 2,3%, dem höchstes Niveau seit 1999.
Der Yen war am Freitag extrem volatil: Nachdem Gerüchte über „Rate Checks“ als möglicher Vorläufer von FX-Intervention unter einer möglichen Beteiligung der Fed lanciert wurden, wertete sich der USD um 1,7% gegen den Yen ab. Der Yen hat sich am Freitag von zeitweise über 159 auf unter 156 Yen pro USD aufgewertet.
Intel INTC zieht den Halbleitersektor nach unten. Intel fällt um über 16%. Der Konzern stellte für das März-Quartal nur 11,7–12,7 Mrd. USD Umsatz in Aussicht - während der Markt 12,6 Mrd. USD erwartet hatte. Zwar lag der Umsatz im Dezember-Quartal mit 13,7 Mrd. USD leicht über den Erwartungen (13,4 Mrd. USD), doch der vorsichtige Ausblick enttäuschte die Anleger.
Intel räumte ein, dass ein spürbarer Nachfrageschub – vor allem bei Data-Center-Chips – zu Lieferengpässen geführt habe. Zusätzlich hakt der Hochlauf des neuen Fertigungsprozesses 18A. So heißt Intels neue „Produktionsmethode“, mit der das Unternehmen sehr leistungsfähige Chips herstellen will. Intel möchte so zur Spitze der Chipfertigung aufschließen und als Auftragsfertiger für große Kunden wieder attraktiver werden. Das klappt aber nur, wenn der Prozess stabil läuft und eine hohe Ausbeute (Yield) liefert.
CEO Lip-Bu Tan zeigte sich enttäuscht, betonte aber, man arbeite „aggressiv“ am Ausbau der Kapazitäten.