Täglicher Marktbericht – 29. Januar 2026
Märkte: KI-Kosten werden zum Stresstest – Fed pausiert
Die US-Notenbank hat ihren Leitzins – wie erwartet – unverändert bei 3,50% bis 3,75% belassen. Entscheidend war weniger der Zinsentscheid selbst als der Ton: Die Fed sieht keine Eile für weitere Senkungen, solange Konjunktur und Arbeitsmarkt stabil bleiben und die Inflation nur langsam nachgibt.
Entscheidend waren aber die Berichtszahlen von Microsoft MSFT und Meta Platforms META. Microsoft MSFT fiel heute rund 12%. Die berichteten Zahlen waren auf den ersten Blick gut: Umsatz: 81,3 Mrd. USD (+17%), operatives Ergebnis: 38,3 Mrd. USD (+21%), Nettogewinn (GAAP): 38,5 Mrd. USD (+60%). Das Cloud-Wachstum (insbesondere Azure) reichte vielen Investoren aber nicht aus, um die hohen Investitionen zu rechtfertigen. Rechenzentrums- und KI-Investitionen steigen stark. Dies reduziert die Freien Cash Flows und die Kapitalrenditen.
Meta Platforms META stieg heute um etwa 10%. Die Marktteilnehmer sorgen sich auch bei Meta vor hohen Investitionen. Meta berichtete gute Zahlen: Umsatz: 59,893 Mrd. USD (+24%), operatives Ergebnis: 24,745 Mrd. USD (+6%), Nettogewinn: 22,768 Mrd. USD (+9%). Der Umsatzausblick für das laufende Quartal fiel zudem besser aus als viele erwartet hatten: Umsatz-Ausblick Q1 2026: 53,5–56,5 Mrd. USD, Capex-Ausblick 2026: 115–135 Mrd. Die Anleger hoffen, dass die steigenden Werbeeinnahmen die stark wachsenden KI-Ausgaben finanzieren - und weiteres Wachstum ermöglichen.
SAP XETR:SAP fiel am heutigen Donnerstag um über 16%. Zwar blieb das Zahlenwerk insgesamt solide, der in Aussicht gestellte Pfad für das Cloud-Wachstum enttäuschte jedoch die Marktteilnehmer.