Täglicher Marktbericht – 3. Februar 2026

Marktbericht vom 3. Februar 2026, gegen 19:00 MEZ

Die Nominierung von Kevin Warsh durch Donald Trump hat innerhalb weniger Tage erhebliche Schwankungen ausgelöst. Die Amtszeit von Jerome Powell endet Mitte Mai, und die Marktteilnehmer versuchen zu beurteilen, ob und wie die Kommunikation der Fed, der Verlauf ihrer Bilanz und damit das lange Ende der Zinskurve sich ändern werden. Bei der letzten FOMC-Entscheidung am 28. Januar 2026 wurde der Zinsspanne unverändert bei 3,50–3,75 % belassen; das nächste reguläre Treffen ist für den 17.–18. März 2026 angesetzt. Rick Rieger, Leiter Fixed Income bei Blackrock, bemerkte heute in einer Telefonkonferenz, dass es bemerkenswert sei, wie schnell die Marktteilnehmer weniger Zinssenkungen eingepreist haben. Warsh sei kein Falken. Er werde jedoch die Strukturen, das Personal und die Kommunikation der Fed als Fed-Vorsitzender verbessern. Die "Dot Plot"-Berichte der Fed müssten beispielsweise angepasst werden.

Europäische Informationsanbieter wurden heute besonders hart getroffen, nachdem Anthropic neue Werkzeuge rund um "Claude" vorgestellt hat, die darauf abzielen, Routineaufgaben in rechtlichen und analytischen Prozessen umfassender zu automatisieren. Die Preismacht und die Margen in Abonnement-/Lizenzmodellen könnten schneller erodieren als zuvor gedacht: RELX REL, Wolters Kluwer AMS:WKL, London Stock Exchange Group LSEG und Experian EXPN verzeichneten vorübergehende zweistellige Rückgänge; SAP XETR:SAP fiel ebenfalls erheblich.

Samsung Electronics KRX:005930 stieg um etwa 11 %, und SK hynix KRX:000660 gewann über 9 %. Auslöser war eine starke Gegenreaktion nach dem Rückgang des Vortages ("Warsh-Schock") – und die Rückkehr des Themas, das beide Aktien seit Monaten unterstützt: ein strukturell enger Markt für Speicherchips aufgrund der hohen Nachfrage nach Rechenzentren.

In den USA setzte sich der Abwärtstrend bei Software- und Plattformaktien fort: Der S&P 500 und der Nasdaq fielen, da die Investoren die Gewinnprognosen vieler Anbieter neu bewerteten. Microsoft NASDAQ:MSFT und Intuit NASDAQ:INTU standen besonders unter Druck mit erheblichen Rückgängen; Adobe NASDAQ:ADBE, Datadog NASDAQ:DDOG, Snowflake NYSE:SNOW und Accenture NYSE:ACN verloren ebenfalls erheblich. Auslöser war weniger ein einzelner Quartalsbericht als die Sorge, dass neue KI-Tools ganze Produktkategorien ersetzen könnten – die großen Tech-Aktien zogen die Indizes erheblich nach unten.