Täglicher Marktbericht – 4. Februar 2026

Marktbericht 4.2.2026, ca 18:00 MEZ

Die internationalen Aktienmärkte haben gestern einen massiven Abverkauf bei Software-Titeln erlebt. Der Nasdaq gibt heute nochmals rund 1,4 % nach. Auslöser der Verunsicherung war die Sorge, dass neue KI-Funktionen von Anthropic Teile der bisherigen Software-Wertschöpfung schneller unter Druck setzen könnten; in Europa zählten Daten- und Informationsdienstleister zu den größten Verlierern, während der breite Markt wieder zulegte.

Der von Donald Trump nominierte Fed-Chair-Kandidat Kevin Warsh stößt im Senat auf Widerstand; Demokraten verlangen eine Verzögerung des Verfahrens, was die Diskussion über die Unabhängigkeit der Notenbank neu anheizt. Am Anleihemarkt rückte zudem das US-Refinanzierungspaket in den Fokus: Das Finanzministerium hält die Auktionsgrößen zunächst stabil, doch Projektionen zu künftigen Defiziten ließen die Kurve steiler werden.

China bleibt ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor – vor allem für die Halbleiterkette. Laut Financial Times stockt die Freigabe geplanter KI-Chip-Lieferungen nach China wegen einer Sicherheitsprüfung in Washington; das bremst Bestellungen und verschiebt Produktionspläne in der Lieferkette.

AMD NASDAQ:AMD und Novo Nordisk NYSE:NVO verloren nach schlechten Quartalszahlen deutlich an Wert. Amgen NASDAQ:AMGN, ein führendes Biotechnologie- und Pharmaunternehmen, stieg heute hingegen um über 8 %. Amgen verdient sein Geld vor allem mit Arzneimitteln in den Segmenten Onkologie, Knochenstoffwechsel (u. a. Osteoporose), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Entzündungs- und Autoimmunerkrankungen sowie zunehmend mit Atemwegstherapien und Biosimilars. Neben über den Erwartungen liegenden Quartalsdaten und einem positiven Ausblick sorgten positive Aussagen zur Produktpipeline, insbesondere im Bereich Adipositas, für Rückenwind bei Investoren.

AMD verlor zweistellig, obwohl das Unternehmen für das vierte Quartal Rekordwerte meldete (Umsatz 10,27 Mrd. USD; bereinigtes EPS 1,53 USD; Rechenzentrum 5,4 Mrd. USD, +39%): Entscheidend war, dass der Ausblick für das erste Quartal mit 9,8 Mrd. USD (±0,3 Mrd.) einen sequentiellen Rückgang impliziert und damit die sehr hoch gesteckten Erwartungen nicht erfüllte; hinzu kamen Zweifel an der Wettbewerbsposition gegenüber Nvidia und der Hinweis, dass ein Teil der Dynamik aus China-Geschäften stammt. Neben AMD sanken im Sog der Sektorrotation auch Micron NASDAQ:MU, Lam Research NASDAQ:LRCX und Applied Materials NASDAQ:AMAT sowie Amphenol NYSE:APH deutlich.

Novo Nordisk brach um rund 16% ein, nachdem der Konzern für 2026 einen währungsbereinigten Rückgang von Umsatz und operativem Ergebnis von jeweils -5% bis -13% in Aussicht stellte – begründet mit stärkerem Preisdruck in den USA, intensiverem Wettbewerb und Effekten rund um Preisvereinbarungen sowie Patentthemen; für 2025 hatte das Unternehmen noch 309,1 Mrd. DKK Umsatz und 127,7 Mrd. DKK operativen Gewinn berichtet.

Michael Burry, der durch den Film "The Big Short" berühmt geworden ist, dürfte sich heute über seine Short-Position in Palantir freuen: Palantir NYSE:PLTR und AppLovin NASDAQ:APP fielen heute um über 10% . Extrem hochbewertete Software-, Datenanalyse- und Plattformunternehmen stehen weiter massiv unter Druck.