Täglicher Marktbericht – 12. Februar 2026
Donnerstag, 12. Februar 2026, 18:45 MEZ
In den USA rutschten die grossen Indizes deutlich ins Minus: S&P 500 ungefähr -1%, Nasdaq -1,5%. Der US-Arbeitsmarktbericht von gestern dämpft die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen.
AppLovin NASDAQ:APP brach um mehr als 18% ein, nachdem Anleger das Zahlenwerk trotz starker Kennziffern als nicht überzeugend genug für die hohe Bewertung einordneten. Das Unternehmen meldete für das vierte Quartal Rekordumsätze von 1,37 Mrd. US-Dollar und ein bereinigtes EBITDA von 848 Mio. US-Dollar; der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,73 US-Dollar. Kritisch beäugt wurde jedoch, dass das Wachstum im Kerngeschäft und der Ausblick nicht die Erwartungen erfüllten. Auch bei Cisco NASDAQ:CSCO überwog die Skepsis: Der Konzern lieferte zwar solide Resultate, doch drückten Hinweise auf Margenbelastungen – unter anderem durch höhere Speicher-/Komponentenkosten – sowie ein vorsichtiger Ton zur Profitabilität auf den Kurs. Die Nachfrage rund um Rechenzentren und KI-Infrastruktur bleibt hoch, Investoren schauen aber bei Hardware-Werten wieder stärker auf die Qualität der Margen.
Shopify NYSE:SHOP geriet nach Quartalszahlen unter Druck, nachdem der Ausblick nicht reichte, um die hohen Erwartungen zu rechtfertigen. Palantir NASDAQ:PLTR fiel ebenfalls deutlich - ein Zeichen, wie schnell die Stimmung bei extrem hoch bewerteten Softwarewerten drehen kann. In den USA wiederum traf die „KI-Disruption“-Debatte zunehmend auch dienstleistungsintensive Modelle: Accenture NYSE:ACN und grosse Brokerhäuser wie Morgan Stanley NYSE:MS fielen ebenfalls deutlich. Commonwealth Bank of Australia ASX:CBA profitierte von Rekordwerten im Halbjahr (Cash-Gewinn 5,45 Mrd. A$) und einem angehobenen, voll frankierten Zwischen-Dividendenbetrag von 2,35 A$ je Aktie; mehrere Berichte hoben zudem Marktanteilsgewinne im Kredit- und Einlagengeschäft hervor. Die Aktie legte zweistellig zu.
Der US-Dollar gab heute gegen die meisten Hauptwährungen nach. Auffällig war der Yen, der um rund 1% zulegte - da erneut Währungsinterventionen der BoJ diskutiert wurden. Bei US-Staatsanleihen fielen die Renditen: besonders die 30-jährige Rendite verzeichnete den stärksten Tagesrückgang seit Oktober – die Zinskurve flachte ab; die 10-jährige Rendite sank auf etwa 4,12% (tiefster Stand des Jahres), da Anleger in vermeintlich sichere Anlagen flüchteten. Brent fiel zeitweise um rund 1,8% auf etwa 68,14 US-$/Barrel, WTI um rund 1,9% auf 63,39 US-$. Treiber war eine Abwärtsrevision der Nachfrageprognose durch die International Energy Agency sowie ein deutlicher Aufbau der US-Rohöllagerbestände (EIA: +8,5 Mio. Barrel), während gleichzeitig die unmittelbare Eskalationsangst im Iran-Konflikt etwas nachließ. Bei Edelmetallen kam es zu einem kräftigen Rücksetzer: Gold rutschte unter 5.000 US-$ und fiel auf etwa 4.941 US-$/Unze (−2,7%); Silber brach um rund 10% ein.