Täglicher Marktbericht – 20. Februar 2026
Der Handelstag vom 20. Februar 2026 war von einer rechtlichen Sensation geprägt: Der Oberste Gerichtshof (www.supremecourt.gov/opinions/25pdf/24-1287_4gcj.pdf) erklärte die weitreichenden "Notfallzölle" gemäß IEEPA für rechtswidrig. Zunächst herrschte Erleichterung an den Märkten: Es wird erwartet, dass das Urteil die Importkosten und die Inflation senkt; gleichzeitig entsteht ein erhebliches Rückforderungsrisiko, da Unternehmen Rückerstattungen für bereits gezahlte Zölle prüfen – Reuters/Penn-Wharton schätzt das potenzielle Rückerstattungsvolumen auf über 175 Milliarden Dollar. Der Supreme Court hat sich nicht zu möglichen Rückerstattungen geäussert. Der zweite Effekt ist politischer Natur: Das Weiße Haus wird nun alternative rechtliche Grundlagen für seine Zollpolitik suchen. Die Unsicherheit bezüglich der US-Zollpolitik bleibt damit hoch.
Die US-Wirtschaft (www.bea.gov/sites/default/files/2026-02/gdp4q25-adv.pdf) wuchs im vierten Quartal 2025 nur um 1,4 % (annualisiert). Die positiven Beiträge kamen hauptsächlich aus dem Konsum und den Investitionen, während die Staatsausgaben, der Außenhandel und die Regierungsstilllegung das Wachstum bremsten. Der von der Fed bevorzugte Preisindex fiel höher als erwartet aus: Der PCE-Preisindex (www.bea.gov/sites/default/files/2026-02/pi1225.pdf) für Dezember 2025 stieg um +0,4 % gegenüber dem Vormonat und war +2,9 % höher als im Vorjahr.
Am Freitag legten die Aktienmärkte zu, während Anleihen und der US-Dollar nachgaben. Der S&P 500 TVC:SPX stieg um 0,69 %. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries TVC:US10Y tendierte fester, da sich das Urteil als Belastungsfaktor für die Staatsfinanzen erweisen könnte. Die verhaltene Marktreaktion deutet darauf hin, dass die Marktteilnehmer nicht erwarten, dass Trump den Kurs seiner Wirtschaftspolitik (“America first”, “MAGA”) grundlegend verändern wird. Er hat bereits einen neuen globalen Zoll in Höhe von 10 % angekündigt.