Täglicher Marktbericht – 20. März 2026

Freitag, 20.3.2026, ca. 19:00 Uhr MEZ

Der heutige Handel stand erneut unter dem Eindruck des Iran-Kriegs, der den Märkten eine unangenehme Mischung aus geopolitischem Risiko, teurer Energie und neuem Inflationsdruck aufzwang. Brent (TVC:UKOIL) stieg zwischenzeitlich bis auf 111 Dollar je Barrel und notierte damit auf dem höchsten Niveau seit 2022; seit Ausbruch des Kriegs Ende Februar summiert sich das Plus damit auf rund 50 Prozent. Entsprechend gerieten die Aktienmärkte unter Druck: In den USA verlor der S&P 500 (SP:SPX) rund 1,0 Prozen und der Nasdaq Composite (NASDAQ:IXIC) rund 1,6 % Prozent. Der Dax (XETR:DAX) und der Stoxx 600 (INDEX:STOXX) büßten heute rund 2% an Wert ein.

Am Anleihe-, Devisen- und Rohstoffmarkt war die Botschaft dieselbe: Die Märkte preisen nun nicht mehr nur einen kurzen Energieschock ein, sondern die Möglichkeit einer längeren Inflationswelle. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen (TVC:US10Y) stieg auf etwa 4,37 Prozent, die zweijährige kletterte nochmals spürbar, während in Großbritannien die Renditen zehnjähriger Gilts auf den höchsten Stand seit 2008 stiegen. Der Dollarindex (TVC:DXY) legte am Freitag zwar leicht zu, steuerte auf Wochensicht aber auf ein Minus zu, weil zahlreiche Zentralbanken außerhalb der USA zuletzt deutlich restriktiver klangen als die Fed. Aus der Hoffnung auf bald sinkende Zinsen wird wieder die Furcht vor länger hohen Zinsen, weil der Ölpreissprung die Teuerung neu anfacht.

Super Micro Computer (NASDAQ:SMCI) brach um rund 28 Prozent ein, FedEx (NYSE:FDX) legte nach positiven Zahlen zu. Apple (NASDAQ:AAPL), Microsoft (NASDAQ:MSFT), Nvidia (NASDAQ:NVDA), Amazon (NASDAQ:AMZN) und andere Schwergewichte gaben heute aufgrund von Krieg und Zinsängsten nach. Der Iran hat verlauten lassen, dass er nicht über eine Öffnung der Straße von Hormus verhandeln wird, solange die Angriffe der USA und Israels andauern. Der Krieg im Iran wird die Finanzmärkte vermutlich noch länger beschäftigen.