Täglicher Marktbericht – 23. März 2026

Der heutige Handel wurde von einer Nachricht bestimmt: US-Präsident Donald Trump erklärte zunächst auf Truth Social und später vor Reportern, es habe am Wochenende „produktive Gespräche“ mit Iran gegeben, es gebe bereits „große Punkte der Übereinstimmung“, und er habe deshalb das Pentagon angewiesen, Angriffe auf iranische Kraftwerke und Energieinfrastruktur für fünf Tage auszusetzen. Teheran wies das umgehend zurück: Nach Angaben aus dem Umfeld der iranischen Führung habe es weder direkte noch indirekte Gespräche mit Washington gegeben; aus dem iranischen Parlament kam zudem der Vorwurf, Trumps Darstellung sei „Fake News“ zur Beeinflussung des Ölmarkts. Zugleich blieb der Gegenton scharf: Die Revolutionsgarden stellten für den Fall eines US-Angriffs Vergeltung gegen israelische Kraftwerke und regionale Anlagen in Aussicht. Ein ungutes Gefühl bleibt zurück, da schwer zu bestimmen ist, wer die Unwahrheit sagt.

An den Aktienmärkten löste aber bereits die Vertagung eines US-Angriffs eine scharfe Aufwärtsbewegung aus. Der S&P 500 (SP:SPX) stieg um 1,15 Prozent auf 6.581 Punkte und der Nasdaq Composite (NASDAQ:IXIC) gewann 1,38 Prozent auf 21.947 Punkte. In Europa drehte der Stoxx 600 (INDEX:STOXX) nach anfänglichen Verlusten ins Plus und schloss 0,6 Prozent höher; der Dax (XETR:DAX) beendete den Handel rund 1,2 Prozent fester bei 22.654 Punkten. Charakteristisch war dabei die Marktmechanik: Reise- und zyklische Werte erholten sich und Energietitel fielen.

Am deutlichsten war die Entspannung bei Rohstoffen und Devisen. Brent (TVC:UKOIL) fiel um 10,9 Prozent auf 99,94 Dollar je Barrel, WTI (TVC:USOIL) verlor 10,3 Prozent auf 88,13 Dollar; zwischenzeitlich waren die Abschläge noch größer, bevor Irans Dementi und neue Angriffe auf Israel einen Teil der Beruhigung wieder relativierten. Der Dollarindex (TVC:DXY) gab 0,4 Prozent auf 99,08 nach, während der Euro zum Dollar (FX_IDC:EURUSD) auf 1,1616 stieg und der Yen (FX_IDC:USDJPY) gegenüber dem Dollar auf 158,30 aufwertete; zugleich gaben die US-Renditen von ihren Mehrmonatshochs etwas nach. Gold (TVC:GOLD) blieb trotz der geopolitischen Lage schwach und schloss 1,8 Prozent tiefer bei 4.407 Dollar je Feinunze. Die Botschaft des Tages lautet damit nüchtern: Nicht Entspannung wurde eingepreist, sondern ein geringerer Wahrscheinlichkeitswert für den unmittelbaren Angriff auf iranische Energieanlagen — und genau deshalb fielen Öl und Dollar, während Aktien stiegen.