Täglicher Marktbericht – 17. April 2026

In den USA stiegen der S&P 500 (SP:SPX) um 1,2 Prozent und der Nasdaq Composite (NASDAQ:IXIC) um 1,5 Prozent auf neue Rekordstände; der Dow Jones Industrial Average (DJ:DJI) gewann 1,8 Prozent. Zugleich brachen die Ölpreise nach der Wiederöffnung der Straße von Hormus deutlich ein; US-Öl fiel um 9,4 Prozent auf 82,59 Dollar je Barrel, Brent (TVC:UKOIL) um 9,1 Prozent auf 90,38 Dollar. In Europa legte der STOXX Europe 600 (INDEX:STOXX600) um 1,6 Prozent zu, der DAX (XETR:DAX) um 2,3 Prozent. Gefragt waren vor allem Fluglinien und andere Unternehmen mit hohem Treibstoffbedarf, während Ölwerte wie Exxon Mobil (NYSE:XOM) und Chevron (NYSE:CVX) unter Druck gerieten. Für die laufende Berichtssaison ist das Umfeld damit freundlich, aber sehr selektiv: Für den S&P 500 (SP:SPX) wird derzeit ein Gewinnwachstum von rund 14 Prozent im ersten Quartal erwartet.

Unter den Ergebnissen von heute ragte Netflix (NASDAQ:NFLX) klar heraus. Operativ hat der Konzern im ersten Quartal robuste Zahlen vorgelegt: Der Umsatz stieg um 16,2 Prozent auf 12,25 Milliarden Dollar, das operative Ergebnis um 18 Prozent auf 3,957 Milliarden Dollar, die operative Marge auf 32,3 Prozent. Der Nettogewinn lag bei 5,283 Milliarden Dollar, das verwässerte Ergebnis je Aktie bei 1,23 Dollar; ein wesentlicher Teil dieses Gewinnsprungs stammt allerdings aus der im Bericht ausdrücklich genannten Abfindungszahlung von 2,8 Milliarden Dollar aus der geplatzten Warner-Transaktion. Der freie Cashflow belief sich auf 5,094 Milliarden Dollar. Für das zweite Quartal stellt Netflix (NASDAQ:NFLX) 12,574 Milliarden Dollar Umsatz, eine operative Marge von 32,6 Prozent und 0,78 Dollar Ergebnis je Aktie in Aussicht; für das Gesamtjahr blieb die Prognose mit 50,7 bis 51,7 Milliarden Dollar Umsatz und 31,5 Prozent operativer Marge unverändert. Genau diese Kombination aus starkem Quartal, aber zurückhaltenderem Ausblick hat den Markt enttäuscht: Die Aktie verlor 9,7 Prozent. Hinzu kam der angekündigte Rückzug von Reed Hastings aus dem Verwaltungsrat.

Alcoa (NYSE:AA) auf, meldete für das erste Quartal einen Nettogewinn von 425 Millionen Dollar beziehungsweise 1,60 Dollar je Aktie sowie einen bereinigten Gewinn von 373 Millionen Dollar oder 1,40 Dollar je Aktie; das bereinigte EBITDA lag bei 595 Millionen Dollar. Gleichzeitig verwies das Unternehmen auf verzögerte Verschiffungen, Belastungen durch den Nahostkonflikt und wetterbedingte Störungen in Australien. Die Aktie brach um 6,8 Prozent ein. Während der ganze Markt steigt, da die Marktteilnehmer einen baldigen Frieden zwischen den USA und dem Iran erwarten, werden einzelne Werte wie Netflix und Alcoa abgestraft, wenn sie die Erwartungen der Anleger nicht übertreffen können.