Täglicher Marktbericht – 22. Mai 2026
Die Aktienmärkte gingen fester aus der Woche. In New York erreichte der Dow Jones Industrial Average (DJI) mit 50.579,70 Punkten ein Rekordschlussniveau; der S&P 500 (SPX) stieg um 0,37 % auf 7.473,47 Punkte, der Nasdaq Composite (IXIC) um 0,19 % auf 26.343,97 Punkte. Der S&P 500 verbuchte damit die achte Wochensteigerung in Folge. Rückenwind kam von der Hoffnung auf Fortschritte in den Gesprächen zur Beendigung des Iran-Konflikts, von nachgebenden US-Renditen und weiterhin soliden Unternehmensgewinnen. In Europa schloss der STOXX Europe 600 (SXXP) 0,73 % höher bei 625,12 Punkten; der DAX (DAX) führte die großen europäischen Märkte mit einem Plus von rund 1,1 % an. Besonders gefragt waren Technologiewerte: Infineon (IFX) legte fast 8 % zu, STMicroelectronics (STM) 5,2 %, ASML (ASML) 4,7 %. Belastet wurden Einzelwerte wie Puig (PUIG), das nach dem Ende der Gespräche mit Estée Lauder (EL) um 13,4 % fiel, sowie Julius Bär (BAER) mit −6,9 % nach enttäuschenden Netto-Neugeldzuflüssen. Bei den Einzelwerten prägten KI- und Konsumthemen den Handel. Dell Technologies (DELL) stieg nach starken Lenovo-Zahlen um 17 %, HP (HPQ) um 15 %. Workday (WDAY) gewann nach besser als erwarteten Quartalszahlen; der Konzern meldete für das erste Fiskalquartal Erlöse von 2,542 Mrd. US-Dollar und ein Plus der Subscription-Umsätze von 14,3 % auf 2,354 Mrd. US-Dollar. Zoom Communications (ZM) profitierte von angehobenen Jahreszielen und KI-Fantasie; Ross Stores (ROST) meldete für das Quartal einen Umsatzanstieg von 21 %, vergleichbare Umsätze von +17 % und ein EPS von 2,02 US-Dollar. Makroseitig bestätigte Destatis für Deutschland ein reales BIP-Wachstum von 0,3 % gegenüber dem Vorquartal; getragen wurde die Entwicklung vor allem von Exporten, während Investitionen schwach blieben. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Mai leicht auf 84,9 Punkte nach 84,5 Punkten, was eher Stabilisierung als Aufschwung signalisiert. In den USA fiel die Verbraucherstimmung der University of Michigan auf 44,8, während die einjährigen Inflationserwartungen auf 4,8 % und die langfristigen Erwartungen auf 3,9 % stiegen — ein Warnsignal für die Fed, obwohl Aktienmärkte weiter nahe Rekordständen notierten. An den Rohstoffmärkten blieb der Iran-Konflikt der zentrale Preistreiber: WTI-Öl (USOIL) schloss bei 96,60 US-Dollar, Brent (UKOIL) bei 103,54 US-Dollar. Der US-Dollar hielt sich fester, während die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen (US10Y) um 2,6 Basispunkte auf 4,558 % fiel. Das Gesamtbild: Aktien preisen weiter robuste Gewinne, KI-Investitionen und geopolitische Entspannung ein; die Risikoquelle bleibt eine energiegetriebene Reflation.