Täglicher Marktbericht – 28. Mai 2026
Die internationalen Aktienmärkte haben am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. Während der US-Technologiesektor nahe neuer Höchststände blieb, gaben europäische Märkte leicht nach. Der DAX (DAX) verlor 0,34 % auf 25.092 Punkte. Belastet wurde der Markt durch die anhaltende Unsicherheit über mögliche Verhandlungen im Iran-Konflikt, steigende Energiepreise sowie die Erwartung wichtiger US-Inflationsdaten am Freitag.
Im Fokus der Anleger steht nun der US-PCE-Preisindex für April, der am Freitag um 14:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht wird. Der PCE-Index gilt als das wichtigste Inflationsmaß der Federal Reserve. Nach zuletzt robusten US-Konjunkturdaten achten Investoren insbesondere darauf, ob sich der Preisauftrieb weiter verfestigt. Die Veröffentlichung könnte entscheidend dafür werden, ob die Märkte ihre Erwartungen auf spätere Zinssenkungen der Fed weiter ausbauen. Gleichzeitig beobachten Anleger die Entwicklung der langfristigen US-Renditen sehr genau, nachdem die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen (US30Y) zuletzt zeitweise auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise gestiegen war.
Zu den stärksten Einzelwerten im deutschen Markt gehörte Infineon (IFX), das um 4,4 % zulegte und damit klarer Tagesgewinner im DAX war. Anleger setzen weiter auf eine anhaltend hohe Nachfrage nach KI-Halbleitern, Rechenzentren und Leistungschips. Die gesamte Halbleiterbranche profitierte international von der Erwartung, dass die Investitionen in künstliche Intelligenz trotz hoher Bewertungen weiter steigen. Schwächer entwickelten sich dagegen defensive Werte. RWE (RWE) verlor rund 1,3 %, während Brenntag (BNR) ebenfalls zu den schwächsten DAX-Werten gehörte.
An der Wall Street blieb die Stimmung robuster. Der S&P 500 (SPX) und der Nasdaq-100 (NDX) hielten sich nahe ihrer Rekordstände. Die starke Gewinnentwicklung großer Technologieunternehmen sowie der anhaltende KI-Boom stützen weiterhin den US-Markt. Besonders im Fokus standen erneut Halbleiterwerte wie NVIDIA (NVDA) und Micron (MU). Micron profitierte weiter von der hohen Nachfrage nach HBM-Speichern („High Bandwidth Memory“), die für KI-Anwendungen benötigt werden.
Die Rohstoffmärkte blieben volatil. Brent Crude Oil (UKOIL) notierte weiter deutlich oberhalb der Niveaus vom Monatsanfang. Jede neue Meldung zu möglichen Waffenruhen oder Eskalationen im Nahen Osten führte zuletzt zu starken Schwankungen bei Öl und Aktien. Der hohe Ölpreis erhöht den Inflationsdruck weltweit und belastet insbesondere Europa stärker als die USA, da die europäische Wirtschaft deutlich energieabhängiger bleibt.
Am Devisenmarkt blieb der US-Dollar-Index (DXY) fest. Der Euro zum US-Dollar (EURUSD) blieb unter Druck, da Anleger angesichts hoher US-Renditen und robuster US-Wirtschaftsdaten weiter Kapital in Dollar-Anlagen umschichten. Gleichzeitig wächst am Markt die Sorge, dass dauerhaft höhere Energiepreise die europäische Konjunktur stärker bremsen könnten.