Täglicher Marktbericht – 24. Juni 2026
Die Ergebnisse von Micron Technology sind das dominierende Ereignis des Tages. Die Aktie von Micron (MU – TradingView: https://www.tradingview.com/symbols/NASDAQ-MU/) stieg nachbörslich deutlich an, nachdem Umsatz, Gewinn und Ausblick die bereits sehr hohen Erwartungen klar übertrafen.
Micron Technology meldete für das dritte Geschäftsquartal (https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/723125/000072312526000013/mu-20260624.htm) einen Umsatz von 41,46 Mrd. USD, nach 9,30 Mrd. USD im Vorjahresquartal. Der Nettogewinn stieg auf 28,24 Mrd. USD bzw. 24,67 USD je Aktie; bereinigt verdiente das Unternehmen 25,11 USD je Aktie. Die bereinigte Bruttomarge erreichte rund 85 % und lag damit auf Rekordniveau. Die vollständige Quartalsmeldung, Präsentation und der Conference Call sind über die Investor-Relations-Seite von Micron abrufbar: Micron Q3 FY2026 Ergebnisse. Die Zahlen unterstreichen die außergewöhnlich starke Nachfrage nach HBM-, DRAM- und NAND-Speichern für KI-Rechenzentren.
Die offiziellen Quartalsergebnisse sind im heute veröffentlichten Form 8-K abrufbar: Micron Quartalsergebnisse (Form 8‑K, 24.06.2026)
Noch wichtiger war der Ausblick:
* Umsatz Q4: 50 Mrd. USD ± 1 Mrd. USD * EPS Q4: 31 USD ± 1 USD * Bruttomarge Q4: rund 86 %
Die Zahlen zeigen, dass der Engpass im KI-Markt inzwischen nicht mehr primär bei GPUs liegt, sondern zunehmend bei HBM-Speicher (High Bandwidth Memory). HBM ist für moderne KI-Beschleuniger unverzichtbar und wird vor allem von drei Unternehmen produziert:
* Micron (MU) * SK hynix * Samsung Electronics
Der heutige Bericht bestätigt, dass die Nachfrage der Hyperscaler nach KI-Infrastruktur weiterhin deutlich schneller wächst als das Angebot an HBM-Kapazitäten. Die rekordhohen Margen zeigen, dass Speicherhersteller aktuell erhebliche Preissetzungsmacht besitzen.
Konsequenzen für den HBM-Markt
1. Die HBM-Knappheit dürfte länger anhalten als bislang erwartet. 2. Die Gewinnschätzungen für SK Hynix und Samsung dürften weiter steigen. 3. Nvidia (NVDA)-GPUs bleiben nur so schnell lieferbar wie ausreichend HBM verfügbar ist. 4. Ein immer größerer Teil der Wertschöpfung im KI-Boom verschiebt sich von den GPU-Herstellern zu den Speicherproduzenten.
Der heutige Bericht stärkt damit die These, dass Speicherchips inzwischen von einem zyklischen Halbleitersegment zu einer strategischen KI-Infrastruktur geworden sind. Während Anleger bisher vor allem auf GPU-Hersteller blickten, zeigen die Micron-Zahlen, dass HBM zunehmend der eigentliche Flaschenhals der KI-Wertschöpfungskette ist.