Täglicher Marktbericht – 1. Juli 2026
Märkte
Die Börsen gingen verhalten in das zweite Halbjahr. Der S&P 500 (SPX) verlor 0,22 Prozent, der Euro Stoxx 50 (SX5E) 0,72 Prozent, der STOXX Europe 600 (SXXP) 0,38 Prozent. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen (US10Y) stieg auf 4,47 Prozent, die Bundesrendite (DE10Y) auf 2,94 Prozent.
Unternehmen & Berichtssaison
Meta (META) arbeitet laut Reuters/Bloomberg an einem Cloud-Geschäft, um überschüssige KI-Rechenkapazität zu verkaufen. Das ist mehr als Bilanzkosmetik: Meta versucht, aus gewaltigen KI-Investitionen wiederkehrende Infrastrukturumsätze zu machen. Für kleinere Neocloud-Anbieter ist das eine Warnung.
Schneider Electric (SU) übernimmt Cognite für 3,1 Milliarden Dollar. Der Kauf zeigt, wohin Industriekonzerne steuern: Daten, KI und Automatisierung werden Kernbestandteil der Wertschöpfung. Der Markt wird nun weniger die Story als den Preis und die Integration prüfen.
Alcoa (AA) kauft Aluminiumaktivitäten von South32 (S32). Für Alcoa ist es ein Schritt zu mehr vertikaler Integration; South32 schärft das Profil Richtung Kupfer und Basismetalle. In einem zyklischen Rohstoffmarkt ist das mutig, aber strategisch nachvollziehbar.
Makroökonomie
Die Eurozonen-Inflation fiel im Juni auf 2,8 Prozent nach 3,2 Prozent im Mai. Energie blieb mit 8,7 Prozent der stärkste Preistreiber, Dienstleistungen lagen bei 3,2 Prozent. Für die EZB ist das Entlastung, aber kein Sieg: Die Kernkomponenten bleiben zu hoch für geldpolitische Selbstzufriedenheit.
Der ISM Manufacturing PMI – ECONOMICS:USMPMI sank im Juni auf 53,3 nach 54,0 Punkten. Neue Aufträge blieben mit 56,0 solide, Beschäftigung lag mit 49,7 knapp unter der Expansionsschwelle. Die US-Industrie wächst weiter, aber nicht mehr mit der Sorglosigkeit, die Aktienmärkte gern einpreisen.
Der ADP Employment Report – ECONOMICS:USADP zeigte für Juni einen privaten Stellenaufbau von 98.000. Das spricht für Abkühlung, nicht für Einbruch. Für die Fed bleibt die Lage unangenehm: zu schwach für Euphorie, zu robust für schnelle Lockerung.