Täglicher Marktbericht – 17. Juli 2026
Marktbericht – 17. Juli 2026
Märkte
Der S&P 500 (SPX) fällt zuletzt 1,1 Prozent, der Nasdaq Composite (IXIC) rund 1,6 Prozent. Der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) verliert mehr als 2 Prozent und liegt 23,5 Prozent unter seinem Hoch vom 22. Juni. Anleger reduzieren hoch bewertete KI-Positionen; neue chinesische Modelle und Zweifel an der Rendite der hohen Investitionen verschärfen den Abverkauf.
In Asien fällt der Nikkei 225 (NI225) 4 Prozent, der taiwanische Leitindex (TAIEX) rund 6 Prozent. In Europa verliert der STOXX Europe 600 (SXXP) 0,3 Prozent; Technologiewerte geben mehr als 3 Prozent nach.
WTI-Rohöl (CL1!) steigt auf rund 81 Dollar, Brent (UKOIL) notiert nahe 88 Dollar. Die Eskalation zwischen den USA und Iran erhöht die Risiken für Lieferungen durch die Straße von Hormus; Staatsanleihen und Gold (GOLD) sind gesucht.
Unternehmen & Berichtssaison
Netflix (NFLX) bricht rund 11 Prozent ein. Der Ausblick für das dritte Quartal verfehlt die Erwartungen; zusätzlich belastet, dass der Konzern weniger detaillierte Angaben zur Zuschauernutzung veröffentlichen will.
Apple (AAPL) überholt Nvidia (NVDA) als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen. Apples Marktwert erreicht rund 4,88 Billionen Dollar, Nvidia kommt nach einem Kursverlust von etwa 3,5 Prozent auf rund 4,86 Billionen Dollar.
Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSM) fällt trotz eines Gewinnanstiegs von 77 Prozent. Der Kursrückgang zeigt, dass starke Ergebnisse die Sorgen über Bewertungen, steigende KI-Ausgaben und neue chinesische Konkurrenz derzeit nicht ausgleichen.
Saab (SAAB_B) steigt nach starken Quartalszahlen knapp 10 Prozent, Tomra Systems (TOM) gewinnt rund 12 Prozent. Burberry (BRBY) verliert mehr als 6 Prozent, da der Nahostkonflikt den internationalen Tourismus und die Luxusnachfrage belastet.
Electronic Arts (EA) steht vor der EU-Freigabe für die 55 Milliarden Dollar schwere Übernahme durch ein Konsortium um den saudischen Staatsfonds PIF. Die Transaktion wäre der größte fremdfinanzierte Unternehmenskauf der Geschichte.
Makroökonomie
Die US-Baubeginne steigen im Juni laut U.S. Census Bureau um 19 Prozent auf annualisiert 1,427 Millionen. Der Anstieg beruht vor allem auf Mehrfamilienhäusern; die Baubeginne bei Einfamilienhäusern sinken den dritten Monat in Folge um 0,2 Prozent.
Die US-Baugenehmigungen fallen laut U.S. Census Bureau um 3 Prozent auf annualisiert 1,367 Millionen. Genehmigungen für Einfamilienhäuser sinken auf 871.000 und damit auf den niedrigsten Stand seit zehn Monaten.
Die Inflation im Euroraum sinkt laut Eurostat im Juni auf 2,8 Prozent nach 3,2 Prozent im Mai. Die EU-Inflation fällt auf 2,9 Prozent; höhere Ölpreise bleiben das zentrale Aufwärtsrisiko.
Der Leistungsbilanzüberschuss des Euroraums steigt laut Europäischer Zentralbank im Mai auf 25 Milliarden Euro von 17 Milliarden Euro. Auf Zwölfmonatssicht sinkt der Überschuss jedoch auf 1,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.