Täglicher Marktbericht – 22. Juli 2026
Märkte
Die internationalen Aktienmärkte zeigen sich zur Wochenmitte überwiegend freundlich. Der deutsche Leitindex (DAX) setzte seinen Erholungskurs fort und gewann rund 0,6 %. Unterstützung kam von einer insgesamt robusten Stimmung vor den wichtigsten Quartalsberichten der großen US-Technologieunternehmen sowie von der Erwartung, dass die Europäische Zentralbank auf ihrer Sitzung in dieser Woche an ihrem geldpolitischen Kurs festhält.
An den US-Börsen hielten sich die Investoren vor der Veröffentlichung der Ergebnisse von Alphabet, Tesla und IBM zurück. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen (US10Y) bewegten sich nur wenig, während sich der Ölpreis nach den starken Schwankungen der vergangenen Tage stabilisierte. Die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten bleiben ein Risikofaktor, werden derzeit jedoch von der Berichtssaison überlagert.
Unternehmen & Berichtssaison
Die Berichtssaison gewinnt deutlich an Dynamik. Bereits heute legten unter anderem Banco Santander, UniCredit, Iberdrola, AT&T, GE Vernova, Philip Morris, Deutsche Börse und flatexDEGIRO ihre Ergebnisse beziehungsweise Zwischenberichte vor.
Besonders im Fokus der Anleger stehen jedoch die nach US-Börsenschluss erwarteten Quartalszahlen von Alphabet, Tesla, IBM und Texas Instruments. Diese Berichte dürften wichtige Hinweise auf die Entwicklung der Investitionen in Künstliche Intelligenz, Cloud-Infrastruktur, Halbleiter und Unternehmenssoftware liefern und damit maßgeblich die Stimmung an den globalen Aktienmärkten beeinflussen.
In Europa sorgte zudem der deutliche Kursanstieg von Airbus für Unterstützung des DAX. Der Markt honorierte die aktualisierten Geschäftsaussichten des Unternehmens, während zyklische Industrie- und Technologiewerte ebenfalls gefragt waren.
Makroökonomie
Nach Angaben des britischen Office for National Statistics (ONS) blieb die Entwicklung der Verbraucherpreise im Vereinigten Königreich ein wichtiger Orientierungspunkt für die europäischen Anleihemärkte. Die Inflationsdaten stehen im Mittelpunkt der Einschätzung des weiteren geldpolitischen Spielraums der Bank of England.
Nach Angaben der U.S. Energy Information Administration (EIA) werden heute die wöchentlichen Rohöllagerbestände veröffentlicht. Die Daten gelten als wichtiger kurzfristiger Indikator für Angebot und Nachfrage am Ölmarkt und könnten Einfluss auf die Entwicklung der Energiepreise haben.
Der Blick der Investoren richtet sich außerdem auf die morgige Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Markt erwartet derzeit keine Änderung der Leitzinsen.